SAMAJHNA

Von der Vision zur Wirklichkeit

Eine Projektvorstellung von Marlies Küng-Rüdisser

SAMAJHNA

ist ein Begriff aus der Landessprache Hindi, heißt "VERSTEHEN"

und wird auf deutsch  [ 'SAMAD:SCHNAH ] ausgesprochen. 

 

Kommt schon die erste Frage an die Österreicherin: Verstehst du Hindi?

Tora-tora (winziges bisschen), da Hörgeräte mein Sprachverständnis erschweren.  

 

Aber wie verständigst du dich denn?

Mit Hilfe von Bipins sprachlicher und kultureller Übersetzung, meinen pantomimischen Einlagen... und "Herzensarbeit". 

 

Was versteht man unter SAMAJHNA?

Ein Projekt zum Schutz von Kindern und Bäumen, mit einer Handwebe-Werkstatt für unterprivilegierte Frauen und Männer in Rajasthan, Nordindien.

 

Wie kam es dazu?  

Farben... Kleider... Stoffe... Handwerk... Menschen - am Straßenrand und in Palästen - bildeten das Konglomerat für meine Vision:

 

ARBEIT STATT ALMOSEN

 

Sie führte zur Einrichtung einer Handwebe-Werkstatt für dzt. 6 Frauen aus sozialen Randschichten und 3 von Lepra geheilten Männern, die - ohne Rücksicht auf Kaste, Religion, Geschlecht und übliche Lepra-Stigmatisierung - unter der Bedingung,

für den regelmäßigen Schulbesuch ihrer Kinder zu sorgen, traditionelle und erlernte Kenntnisse in Handweberei und Textilverarbeitung einsetzen und als Hilfskräfte in Haus und Freiland ihre Familien auf würdige Weise erhalten helfen können.

 

Im Jänner 2002 starteten Bipin und ich dieses Sozialprojekt als Privatinitiative, finanziert durch unseren väterlichen Freund, Dr. Gerhard Fischer (D), der für seine Polio- und Lepra-Rehabilitationszentren in Südindien 1997 den Gandhi-Friedenspreis erhalten hatte. Seit seinem Tod im Juli 06 übernimmt Mag. Jose Oberhauser, Obmann des Vereins BORG-Werkstatt in Götzis (A), als treuer Begleiter der ersten Stunde, vermehrt die Förderung von SAMAJHNA. 

Im Dezember 08 übersiedelten wir mit dem Projekt aus dem Mietquartier der

Fürstenburg Kanota in unser neues Haus Tulsi Hills, inmitten der von Kakteen und Dornbüschen bewachsenen Steppe bei Manota, einem Dorf, 35 km entfernt von Jaipur, der Hauptstadt von Rajasthan. Das bedeutete ein Ansteigen der Transport-und Betriebskosten, sowie die Konfrontation mit einer neuen Aufgabe:

Die Bäume der Hügelsteppe und damit die Grundwasservorräte zu schützen.

Durch Bauen von Steinterrassen können wir die Wurzeln vor der durch Sandstürme hervorgerufenen Erosion bewahren und zwei Frauen mit der Pflege der bestehenden, sowie dem Pflanzen von jungen Bäumen beschäftigen.

 

Gestärkt durch die mentale und materielle Begleitung unserer treuen und neuen Projektfreunde - mit Respektierung von Umwelt und Tradition - konnten wir folgende Sozialaufgaben verwirklichen:

 

- Schul- und Berufsausbildungs-Patenschaften für dzt. 52 Kinder

- medizinische Versorgung von 11 Arbeiterfamilien

- Transport und Verköstigung für SAMAJHNA-Arbeiter 

- Notfallhilfe - besonders für junge Mütter und alte Menschen

- Schuluntersuchungen von 600 Kindern durch unsere Hausärztin

- Ausrüstung von 2 Schulen mit Tischen und Bänken

- Batteriestromaggregate für eine Schule und unsere Projektwerkstätte

- Errichtung eines Handpumpbrunnens in einem Armenviertel

- Bau und Einrichtung der Webereiwerkstatt

- Solaranlagen für das Projektbüro mit Außenbeleuchtung für Werkstatt und Haus

- Tiefbohrung zur Errichtung eines Grundwasserbrunnens und damit Sicherung der

- Versorgung mit Trinkwasser für Menschen, Herden- und Wildtiere.

 

"Was würdest du sagen, wenn du nur noch einen Atemzug hättest", fragte der Schüler den Meister: 

"DANKE!"

 

Mit diesem schlichten Wort grüßen wir alle, die unsere Projektarbeit durch ihr Interesse begleiten, aktiv unterstützen und SAMAJHNA durch selbstlose Hilfe lebendig erhalten.